Welche Kosten kommen bei einer einverständlichen Scheidung auf Sie zu?

Die Kosten der Scheidung setzen sich zusammen aus den Gerichtskosten und den Anwaltsgebühren.
 
Sowohl Gerichtskosten als auch Anwaltsgebühren werden nach dem Streitwert berechnet.
Der Streitwert richtet sich nach dem dreifachen gemeinsamen Nettomonatseinkommen beider Ehepartner. Zum Streitwert gehört auch der Wert des Versorgungsausgleichs, der bei unteren Einkommen in der Regel mit 1.000 EUR beziffert wird.

 
Wir haben für Sie Beispielrechnungen für das gesamte Verfahren einer einverständlichen Scheidung erarbeitet:

 
Beispiel 1

Gegenstandswertberechnung:
Monatsverdienst Scheidungsantragsteller: 1.000 EUR Netto
Monatsverdienst Antragsgegner: 0 EUR Netto
Gegenstandswert: 3 x 1.000 EUR + 1.000 EUR Versorgungsausgleich = 4.000 EUR
Anwaltsgebühren: 749,70 EUR
Gerichtskosten: 254,00 EUR
Gesamtkosten Ihrer Scheidung: 1.003,70 EUR
 
Die Anwaltsgebühren können z.B. in 6 Raten (2 % effekt. Jahreszins) bezahlt werden.
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Beispiel 2

Gegenstandswertberechnung:
Monatsverdienst Scheidungsantragsteller: 1.250 EUR Netto
Monatsverdienst Antragsgegner: 400 EUR Netto
Gegenstandswert: 3 x 1.650 EUR + 1.000 EUR Versorgungsausgleich = 5.950 EUR
Anwaltsgebühren: 1.053,15 EUR
Gerichtskosten: 330,00 EUR
Gesamtkosten Ihrer Scheidung: 1.383,15 EUR
 
Die Anwaltsgebühren können z.B. in 6 Raten (2 % effekt. Jahreszins) bezahlt werden.
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Beispiel 3

Gegenstandswertberechnung:
Monatsverdienst Scheidungsantragsteller: 2.250 EUR Netto
Monatsverdienst Antragsgegner: 1.700 EUR Netto
Gegenstandswert: 3 x 3.950 EUR + 1.000 EUR Versorgungsausgleich = 12.850 EUR
Anwaltsgebühren: 1.796,90 EUR
Gerichtskosten: 534,00 EUR
Gesamtkosten Ihrer Scheidung: 2.330,90 EUR
 
Die Anwaltsgebühren können z.B. in 6 Raten (2 % effekt. Jahreszins) bezahlt werden.
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Beispiel 4

Gegenstandswertberechnung:
Monatsverdienst Scheidungsantragsteller: 5.000 EUR Netto
Monatsverdienst Antragsgegner: 3.000 EUR Netto
Gegenstandswert: 3 x 8.000 EUR + 1.000 EUR Versorgungsausgleich = 25.000 EUR
Anwaltsgebühren: 2.344,30 EUR
Gerichtskosten: 742,00 EUR
Gesamtkosten Ihrer Scheidung: 3.086,30 EUR
 
Die Anwaltsgebühren können z.B. in 6 Raten (2 % effekt. Jahreszins) bezahlt werden.
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Gibt es für Scheidungen Verfahrenskostenhilfe?

Bei geringen Einkünften können Antragsteller und auch Antragsgegner Verfahrenskostenhilfe beantragen. Verfahrenskostenhilfe bedeutet, dass der Staat alle anfallenden Gerichts- und Anwaltskosten trägt.
Je nach Höhe des geringen Einkommens des jeweils scheidungswilligen Ehegatten muss dieser keine oder max. 48 Monate lang sehr geringe Raten an den Staat zurückzahlen. Wer Sozialhilfe oder dergleichen bezieht, muss nichts zahlen.
 
Für die Verfahrenskostenhilfe muss ein Antragsformular ausgefüllt werden, das man beim Amtsgericht oder im Internet erhält. Wenn Sie Ihre Scheidung bei uns in Auftrag geben und Verfahrenskostenhilfe beantragen wollen, werden wir Ihnen das Formular zusenden. Der Antragsteller muss einen Einkommensnachweis beifügen (oder aber den Sozialhilfebescheid, Arbeitslosengeldbescheid o.ä.), eine Kopie des Mietvertrages sowie ggf. Unterlagen über Schulden.
 
Unter http://www.pkh-fix.de können Sie ein Programm zur Berechnung der Verfahrenskostenhilfe herunterladen. Wir empfehlen Ihnen, diese Berechnung durchzuführen. Sie haben eine Übersicht über die Kosten Ihrer Scheidung und können diese extrem niedrig halten. Das Formular zum Ausfüllen erhalten Sie unter:

http://www.justiz.nrw.de/BS/formulare/prozesskostenhilfe.
 
Führen die Ehegatten einen Prozess gegeneinander, so gibt es folgende Besonderheit:
Derjenige Ehegatte, der vom anderen Ehegatten Unterhalt verlangen kann, hat gegen diesen Ehegatten auch einen Anspruch auf Verfahrenskostenvorschuss. Der unterhaltspflichtige Ehegatte muss dem unterhaltsberechtigten Ehegatten deshalb dessen Gerichts- und Anwaltskosten vorschießen.
 
Bei einer Scheidung, einem Prozess auf Ehegattenunterhalt oder bei einem anderen Prozess zwischen Ehegatten gibt es deshalb nur dann Verfahrenskostenhilfe, wenn
 
⇒entweder kein hoher Unterhaltsanspruch gegen den anderen Ehegatten besteht
⇒oder wenn zwar ein Unterhaltsanspruch besteht, der andere Ehegatte sich aber weigert zu zahlen und deshalb erst einmal verklagt werden müsste.

 
Voraussetzung ist für die Gewährung von Verfahrenskostenhilfe, dass der Prozess Aussicht auf Erfolg hat. Diese Voraussetzung ist bei der einverständlichen Scheidung nach dem Trennungsjahr erfüllt.